Kosaken und Bergsteiger sangen gemeinsam

 Gemeinsames Konzert Ural Kosaken und ergsteigerchor Sebnitz

Was verbindet Kosaken und Bergsteiger?

  1. Die Liebe zur Heimat und
  2. Die Freude am gemeinsamen Gesang

Das waren mindestens zwei der Gründe, die den Ural Kosaken Chor Andrej Scholuch und den Bergsteigerchor Sebnitz zu einem gemeinsamen Konzert am 6.4.2018 in der Lohmener Kirche zusammenführten.

Der Ural Kosaken Chor lädt sich gern Partnerchöre in den Regionen ein, in denen sie auf Ihrer Jahrestournee Station machen. Die Sebnitzer Bergsteiger nahmen dieses Angebot begeistert an, passte es doch wunderbar in die Reihe der Konzerte, die sie selbst im Jahr ihres 90-jährigen Bestehens auf dem Plan haben. Mit viel Aufwand wurde die Organisation vor Ort übernommen. Lohn war eine mit mehr als 500 erwartungsvollen Besuchern gut gefüllten, frisch renovierte Lohmener Kirche. Nicht immer und überall können beide Chöre vor so zahlreiches Publikum auftreten.

Der Ural Kosakenchor wurde 1924 in Paris gegründet und faßte damals die Sehnsüchte der nach der Oktoberrevolution aus der Sowjetunion vertriebenen Kosaken in musikalischer Weise zusammen. Sein diesjähriges Programm ist dem 10. Todestag seines langjährigen Mitgliedes Ivan Rebroff gewidmet. Ivan Rebroff hieß im bürgerlichen Leben Hans Rolf Rippert und wurde 1931 in Berlin geboren. Rebroff, der nach eigenen Angaben russische Vorfahren hatte, machte sich wegen seines großen Stimmumfangs von mehr als vier Oktaven schnell einen Namen in Operette und Musical. Seine Paraderolle, mit der er immer wieder identifiziert wurde, war der Tevje im Musical "Anatevka".

Gemeinsames Konzert Ural Kosaken und ergsteigerchor Sebnitz

Das Konzert begann der Bergsteigerchor Sebnitz mit „Früh wenn die ersten Hähne kräh‘n“, „Bergsingen“ und der „Gipfelrast“. Mit einer stimmlich ausgefeilten Darbietung dokumentierten sie den Stand ihrer gesanglichen Entwicklung. Vor allem in den letzten 8 Jahren unter dem Chorleiter Kantor Markus Häntzschel wurde diese neue Qualität erreicht.

Dann begeisterten die Ural-Kosaken professionell mit traditionellen Liedern der russisch-orthodoxen Liturgie und alten russischen Volks- und Zi­geunerweisen. Bewundernswert die große Spannbreite im Stimmumfang der Sänger. Abwechselnd begeisterten sie mal stimmge­waltig, dann wieder mit sanften und leisen Tönen das Publikum.

In Weiterführung der Tradition der genialen russischen Arrangeure des letzten Jahrhunderts – Serge Jaroff und Andrej Scholuch - waren Titel wie „Zarenhymne“, „Ave Maria“ oder „Auf viele Jahre“ zu hören.

Nach der Pause eröffnete wieder der Bergsteigerchor Sebnitz. Im zweiten Teil des Konzertes präsentierten die Bergsteiger „La Montanara“. Mit der Handschrift des leider im Sommer scheidenden Chorleiters dargeboten, verzauberten sie hier aufs Neue. Mit „Der Gipfel ist errungen“ und „Wir lieben unsre Berge“ verabschiedeten sich die Sebnitzer aus Ihrem Solo Teil des Konzertes.

„Gesänge aus Ost und West“ war der zweite Teil der Kosaken Darbietungen überschrieben. Es erklangen jetzt auch Lieder Rebroffs in der Lohmener Kirche. So auch „Wenn ich einmal reich wär“ und „Es steht ein Soldat am Wolgastrand“ aus „Der Zarewitsch“. Aber auch klassische Weisen wie „Wolgaschlepper“ oder ein Balalaika / Banjo Solo.  Immer wieder erklang bekanntes und die Zuhörer wurden zum Mitklatschen animiert. Mit Ural Kosaken Hymne wollten sich die Kosaken verabschieden, aber es stand noch der emotionale Höhepunkt des Abends bevor – der gemeinsame Auftritt beider Chöre.

Das geistliche Lied »Ich bete an die Macht der Liebe« des ukraini­schen Komponisten Dmitri Bortnjanskij, wechselnd in Deutsch vom Bergsteigerchor und russisch von den Kosaken gesungen, sorgte für Gänsehaut bei den Zuhörern. Mit dem zusammen vorgetragenen Lied „Eintönig klingt das Glöckchen“ sollte das Konzert enden. Aber der dankbare und überwältigende Applaus animierte zu Zugaben. Bei „Kalinka“ blieb dann keiner mehr sitzen und einige sangen sogar mit

So endete ein gemeinsamer Konzertabend gegen 22.00 Uhr für die Zuhörer. Getreu dem Ausspruch von Andrej Scholuch aus dem Jahre 1963 „Kunst, und die Musik besonders, ist die ausdrucksvollste Sprache, die jedes Volk versteht; es ist die dauerhafteste Brücke, die die Nationen verbindet.“ waren auch alle Sänger überwältigt. Im anschließenden Austausch mit den Kosaken versicherten diese, daß sie vor allem von der Menschlichkeit, Aufgeschlossenheit und Begeisterung des Konzertpublikums überwältigt waren.

Es war ein schöner und vielleicht einmal zu wiederholender Konzertabend!

Gemeinsames Konzert Ural Kosaken und ergsteigerchor Sebnitz